Freitag, 30. Mai 2014

Haithabu Schleswig - Holstein Wikingerschiff 5 Ostseefjord Schlei

Heut gehn wir Baden...



Also die beiden Bootsbauer und ihr Holz... Das was da im Wasser schwimmt ist nämlich das Holz für die Planken des Schiffes. Bei den jetzigen Temperaturen und dem stetigen Wind besteht nämlich die Gefahr das die Holzbohlen reißen... Damit das nicht passiert wird das Holz im Wasser badend gelagert...


Und hier, also was die Herstellung der Planken angeht, sind die beiden zum ersten Mal von der wikingerzeitlichen Methode abgewichen. Die Wikinger haben nämlich ihre Planken alle mit dem Beil gehauen... das bedeutet der Stamm des Baumes wurde in der Mitte längs gespalten. Dann wurde von aussen weg, der im Profil jetzt noch halbrunde Stamm, mit dem Beil zur Mitte hin solange behauen, bis eine Planke (oder ein Brett) entstand... Was ja bedeutet das so eine ganze Menge wertvolles Eichenholz einfach Abfall wird...


Das geht natürlich in der heutigen Zeit überhaupt nicht, deshalb sind die Stämme im Sägewerk geschnitten worden... Auch meint Kai das die Wikinger ihre Schiffe im Winter gebaut haben... Vor Jul, also dem Fest das die Wikinger zu der Zeit gefeiert haben, wo wir heute unser Weihnachtsfest feiern, wurden die Bäume gefällt... Der Saft des Sommers war dann aus dem Holz raus... Das Holz war deshalb nicht so schwer, es war also leichter zu transportieren... Der Boden war gefroren, man sank beim Transport des Holzes nicht ein... Ausserdem musste es nicht gewässert werden, die Gefahr des reissens war geringer... weil die Temperaturen nicht so hoch waren...



Wichtig ist das in den längsgespaltenen Stämmen die Fasern des Holzes durchgängig erhalten bleiben. Das dient der Elastizität des Schiffes im Wellengang. Und so natürlich auch der Sicherheit. Jedenfalls konnte ich mich des Eindruckes nicht erwehren das unseren Bootsbauern die Abkühlung nicht unrecht war...
 

Ich hab ja schon erzählt das die Planken unseres Schiffes etwa 1,5 - 2 cm dick sein sollen... Da die Bohlen jetzt etwa 5-6 cm dick sind... oh je... sieht aus als hätten die zwei in den kommenden Tagen ne ganze Menge Holz zu behauen... Und ich bin da mal gespannt wie der Haufen aussieht wenn das Werk vollbracht ist ...



Donnerstag, 29. Mai 2014

Haithabu Schleswig - Holstein Wikingerschiff 4 Ostseefjord Schlei


Na, da wollen wir doch mal schauen wie weit unsere Bootsbauer mitlerweile denn so gekommen sind...




Ihr erinnert euch wie der Klotz da oben beim letzten Mal aussah? Richtig das soll der Vordersteven des Bootes werden... Tja und wenn man sich anschaut was da alles mit der Axt weggehauen werden musste...



vermag man wahrscheinlich ein klein wenig ermessen wieviel arbeit in so einem Schiff drin steckt... Diesmal ist übrigens Kai derjenige welcher den Vordersteven ausarbeiten darf...


Nun, und das ist übrigens der fertige Achtersteven den Axel beim letzten Mal am behauen war... Ich finde der sieht richtig klasse aus...


Und gegen diese Nuten laufen dann später mal die Schiffsplanken...


Kai erzählt das auch hier mit Schräglaschen gearbeitet wird, will heissen das die Planken auch noch alle schräg eingezahnt werden müssen...


so, damit es deutlicher wird...  1,5 - 2 cm dick waren die Schiffsplanken übrigens bei den Wikingerschiffen...


Nu lassen wir Kai aber mal weiter arbeiten...

  

Mittwoch, 14. Mai 2014

Haithabu Schleswig - Holstein Wikingerschiff 3. Ostseefjord Schlei


Was ihr auf dem folgenden Foto seht, nennt der Fachmann / die Fachfrau Schräglasche...
Kai hat mir erklärt, das es bein Bootsbau, anders als es die Zimmerleute beim richten eines Dachstuhles machen, darauf ankommt das die Holzverbindungen beweglich sind. Die Zapfenverbindungen bei einem Dachstuhl müssen starr sein, und sich gegenseitig, oder durch das Gewicht des Sparrens, des Grates oder der Pfette in position halten. Ein Wikingerschiff mit seiner Länge, muss aber durch die Dünung (das ist das Auf und Ab der Wellen) hindurchpflügen können. Damit es dabei (wenn Bug und Heck des Schiffes auf einer Welle sitzen) im Mittelteil nicht durchbricht muss es einen hohen Grad an Flexibilität besitzen... Und das soll eben jene Schräglasche gewährleisten...


Hier seht ihr also die Schräglasche zwischen vorderem Stevenknie und dem eigentlichen Kiel des Bootes.
Beim Bearbeiten des Holzes wurde an den beiden Werkstücken die Holfaserung durchtrennt. Da dies auf lange Sicht gesehen, wenn das Boot im Wasser liegt, ein Angriffspunkt für Bakterien und Fäulnisserreger sein kann, wird zwischen die beiden Bootsteile ein solches Wolltuch, welcher vorher ordentlich in Teer getränkt wurde gelegt...


Was macht Axel denn da?


Sieht doch schon richtig Toll aus - der Holzkiel - oder?


Axel modelliert gerade den Achtersteven. Das ist der hintere Teil des Schiffes, während der Vordersteven der Bug oder eben der vordere Teil des Schiffes ist... Ausserdem ist das die Stelle, also der Steven, an dem die Wikinger die Drachenköpfe montierten... Bin ja mal gespannt ob unser Schiff auch einen Drachenkopf bekommt...


Genau gegen diese Aussparungen sollen später einmal die Schiffsplanken laufen ...


Nun, und dieser grobe Klotz beinhaltet den Vordersteven... Sieht nach richtig viel Arbeit aus, den da herauszuholen...



Dienstag, 13. Mai 2014

Haithabu Schleswig - Holstein Wikingerschiff 2. Ostseefjord Schlei


Während das Leben in Haithabu seinen Gang geht...


 Inzwischen der Frühling auch an der dänischen Grenze angekommen ist...


Geht auch der Nachbau des wikingerzeitlichen Schiffes voran...  Mittlerweile ist der Kiel, das Rückgrat des Schiffes, fertig, das heist der mittlere Teil des Kiels ist mit dem vorderen und dem achteren Stevenknie verbunden...


Kai Zausch der Bootsbaumeister erzählt, daß das Boot auf der Helling entsteht... Die Helling, sind die Baumstämme die gewährleisten das das Boot, zum jetzigen Zeitpunkt der Kiel, fest eingespannt und stabil liegt...


In der Edda, einem altisländischen, literarischen Werk, wird eine solche Helling auf einem Schiffbauplatz bei Trondheim in Norwegen beschrieben.Viele Anregungen zu dem Nachbau hat sich Kai aus der Edda geholt...


Das Schiff wird aus Eichenholz gefertigt... Der Kiel wurde soeben komplett mit Leinöl gestrichen...


Die Hausordnung steht auch bereit...  Bin mal gespannt wofür so ein dicker Hammer benötigt wird...



Sonntag, 4. Mai 2014

Haithabu Schleswig - Holstein Ostseefjord Schlei


Heute fange ich an euch von Haithabu zu berichten... Also weniger von dem uralten Siedlungsplatz der Wikinger als vielmehr vom Nachbau eines wikingerzeitlichen Schiffes...




Haithabu wurde etwa um 800 n.Chr. gegründet. Es lag für die damalige Zeit sehr günstig am westlichen Ende der Schlei, einem Fjord das sich etwa 35 Kilometer lang von der Ostsee aus ins Landesinnere erstreckt. Bequem konnten von hier aus in West-Ostrichtung Eider und Treene (zwei, in der damaligen Zeit schiffbare Flüsse) erreicht werden. Auch der Ochsenweg - eine Heer- und Pilgerstraße welche von Hamburg bis nach Jütland führte (führt) verlief nicht weit von Haithabu in Nord-Südrichtung. Damit lag es an einem Kreuzungspunkt wichtiger Handelsrouten.



Für die Menschen der damalige Zeit waren Flüsse oder Heerstrassen genau so wichtig, wie es heute für uns Autobahnen, Containerterminals oder Eisenbahnschienen sind... Bon...




Und genau an der Stelle, an der damals die Wikinger siedelten, steht heute das Museum Haithabu. Ein tolles Museum das sich mit der Zeit der Wikinger und der Siedlung beschäftig, die für den Handel in der damaligen Zeit, eine vergleichbare Bedeutung wie die Stadt Köln hatte ... Neben dem eigentlichen Museum, das ihr auf dem ersten Bild erkennen könnt, gibt es noch einen Nachbau der Wikingerhäuser aus der damaligen Zeit... Und genau dahin entführe ich euch nun...





Hier haben die Leute vom Museum nämlich vor ein paar Tagen mit dem Nachbau eines Wikingerschiffes begonnen ... Und über den Fortgang dieser Arbeiten will ich euch auf meinem Blog nun in loser Folge erzählen ...





Das ist Axel Schulz. Axel ist Holzbildhauer und der Gehilfe des eigentlichen Bootsbaumeisters Kai Zausch. Die beiden sind Freunde und als Kai, Axel von seinem Projekt berichtete war dieser sofort Feuer und Flamme Kai zu unterstützen ... Die beiden haben sich vorgenommen das Schiff bis Oktober diesen Jahres fertig zu bekommen... Ich bin gespannt...



Die beiden sind noch damit beschäftigt den Kiel des Bootes zu fertigen... Momentan profiliert Axel den achteren (das hintere Stück) Kiel...

 Da wo Axel seine Hand hinhält sollen später die Planken gegen den Kiel laufen... Sieht toll aus, was die beiden bisher gemacht haben...