Donnerstag, 23. Juni 2016

Katharerland Languedoc Frankreich Festung Quéribus

Imposant auf einer Bergspitze in 728 m Höhe liegt die Festung Quéribus nahe der Ortschaft Cucugnan. Während der Montségur wohl als die bekannteste Katharerburg gilt, leistete Queribus am längsten Wiederstand. Erst im Sommer 1255 kapitulierte das letzte Okzitanische Wiederstandsnest...


Im Süden der Corbiéres gelegen reicht der Blick von der Festung weit in die Roussilion Ebene, auch zur Peyrepertuse besteht Blickkontakt und in der Ferne ist das Mittelmeer zu erkennen. 


Im Jahr 1020 wird die Bergfestung zum ersten Mal im Testament des Grafen von Besalù erwähnt. Im Jahre 1137 kam die Burg durch Heirat berengar IV. in den Besitz des Königreiches Aragon. Vielleicht ist hierin einer der Gründe dafür zu finden, das die Burg zu Anfang der Katharerkriege nicht in den Sog der Ereignisse geriet. Lange bleibt es ruhig abgesehen davon das zahlreiche Katharer, unter Ihnen der katharische Bischof Benedikt von Termes, zuflucht in der Quéribus suchen...   


Zusammen mit Peyrepertuse, Aguilar, Puilaurens und Termes wird sie als eine der "Fünf Söhne von Carcassonne" bezeichnet. Eine Verteidigungslinie eindrucksvoll mächtiger Festungen gegen Spanien. 


Unterhalb von Quéribus in der Ebene liegt Cucugnan... malerisch anzuschauen ist die restaurierte Mühle...


Unterhalb der Mühle liegt die Bäckerei von Valérie und Roland Feuillas... Eine leckere Tasse Kaffee und knuspriges Backwerk gefällig... 


Doch schaut selber ob ihr was findet... 


So, an dieser Stelle endet meine Erzählung über das Land der Katharer. Es gäbe noch sovieles zu entdecken... Aber vielleicht fahrt ihr ja selber mal in die Region und erzählt dann mir über jenes was ich noch nicht entdeckt habe...


Mittwoch, 22. Juni 2016

Katharerland Languedoc Frankreich Festung Peyrepertuse

Wie ein Schiffsbug ragen plötzlich die Mauern der Festung aus dem Nebel hervor... Peyrepertuse, uneinnehmbar, unüberwindlich wie ein Adlerhorst hoch oben auf dem Felssporn thronend...
Mit über 7000 qm Grundfläche die größte französische Festungsanlage der Katharer...


Peyrepertuse - zum ersten Mal urkundlich erwähnt im Jahre 842 als -Petre Pertuse- doch bereits in der Römerzeit besiedelt... Schon der Felsen unbefestigt ohne Wälle wäre, entschlossen verteidigt, nur schwer zu erobern. Mit Werken, Mauern - Zinnen - Türmen - Wehrgängen, armiert scheint die Eroberung ein schier aussichtsloses Unterfangen... Aushungern - vielleicht...


Nur ein schmaler Weg führt zur Festung. Die Versorgung wird mit Mulis durchgeführt, alles nur über den schmalen Pfad... Auch jener, welcher die Festung heute, wenn auch aus friedlichen Zwecken erobern möchte muss diesen Pfad nehmen...


In mehreren Ausbaustufen erreicht die Burg ihre heutige Ausdehnung. Eigentlich besteht sie aus zwei unabhängigen Festungen. Die zweite Burg -St. Jordi- wird unter Karl dem Kahlen errichtet...  


1209 beginnen die Kreuzzüge gegen die Katharer. Die Burg beherbergt noch bis zum Jahr 1240 flüchtige Katharer und enteignete Lehnsherren... Am 16. November 1240 ergibt sich die Festung nach Belagerung den Kreuzrittern... Danach wird sie den Königen von Frankreich zugeschlagen. Sie dient der Grenzsicherung gegen Spanien... Der Pyrenäenfrieden von 1659 und wahrscheinlich auch die Veränderungen in der Militärtechnologie machen sie entbehrlich. Bis zur Französischen Revolution bleibt sie durch eine Garnison besetzt...


Etwa einhundert Höhenmeter sind heute vom Parkplatz bis zur Festung zu überwinden, immer hintereinander, auf gutes Schuhwerk ist zu achten. Es geht Auf- und Ab- je nach Kondition sollte man 45 Minuten für den Aufstieg einplanen...


Wer in der Region übernachten möchte, dem sei das Hotel. "Hostellerie du Vieux Moulin" in Duilhac empfohlen - ebenso empfohlen sei das ebenfalls dort ansässige Restaurant "Auberge de Moulin"


Tja und wie so oft, am nächsten Morgen war der Nebel verschwunden, und vom Hotel aus bot sich ein toller Ausblick auf die Festung...

Dienstag, 21. Juni 2016

Katharerland Languedoc Frankreich Lagrasse

"Schönstes Dorf Frankreichs", den Ehrentitel teilt sich Lagrasse mit noch so einigen anderen Dörfern... Hmm, und jedesmal stelle ich fest, dass er irgendwie zutreffend ist... 157 Orte in 21 französischen Regionen und 66 Départements sind mit Stand 2014 in der Liste aufgeführt - Es werden ausschließlich Orte mit nicht mehr als 2000 Einwohnern aufgenommen, er muss über eine geschützte Zone (Denkmäler) verfügen und kulturelles Erbe bewahren... Etwa 30. Kilometer südöstlich von Carcassonne im Bergland Corbiére liegt Lagrasse.


Aus dem 12. Jahrhundert stammt die über den Orbieu führende Brücke sie verbindet den Dorfkern auf kürzestem Weg mit der Abtei... Aber zum Kloster später mehr... Im Okzitanischen bedeutet "grassa" Fruchtbar, hieraus leitet sich der Name -Lagrasse- ab...


Zentraler sehenswerter Ortskern ist der Marktplatz mit der typischen offenen Markthalle. Ausschließlich regionale Produkte werden zum Kauf angeboten... Ein Fest für die Sinne...


In den charmanten, mittelalterlich anmutenden Gassen gibt es viel Kunsthandwerk, spannende Weinläden und auch so manch kurioses zu entdecken...


Der Orbieu entspringt in den Corbiére, er gilt als einer der wichtigsten Flüsse des Berglandes. Er mündet in die Aude, welche selber ihre Wasser dem Mittelmeer entgegen führt...


Noch vor seiner Kaiserkrönung Weihnachten 800 in Rom soll Karl der Große das Kloster, welches der heiligen Jungfrau gewidmet ist, gegründet haben... Markant für die Silhouette des Dorfes ist auch der herausragende 42 m hohe und im 16. Jahrhundert errichtete Glockenturm der Abtei.


Bon, und sehr gut gegessen habe ich im Restaurant L´Hostellerie des Corbières (also empfehlenswert gut)...


Zum verlieben romantisch, oder?


Mittwoch, 15. Juni 2016

Katharerland Languedoc Frankreich Carcassonne II

Na, den Abendspaziergang genossen? Stimmt´s? Ist Carcassonne nicht ein real gewordener kleiner (großer) (Ritter) Jungentraum? Klar dass sich um diese Stadt Legenden ranken...


Bereits dreihundert Jahre vor Christus siedelten Kelten auf den Hügeln auf denen sich heute die Stadt befindet. Als die Römer die Region beherrschten existierte bereits der Name Carcassonne und im dritten Jahrhundert nach Christus wurde ein Wall um die Stadt herum errichtet, um ihren Reichtum zu schützen.  


Die Steinfigur neben dem Eingangstor stellt die Dame Carcass dar... Der Legende nach war sie eine Sarazenenfürstin. Ihr Mann hatte die Stadt etwa zu der Zeit erobert als Roland mit Karl dem Großen nach Spanien zog um gegen die Mauren zu kämpfen. Schließlich wurde Carcassonne von einem fränkischen Heer belagert. In der Schlacht um die Stadt fiel der Sarazenenfürst. Aber Carcass gab nicht auf und übernahm das Kommando. Die Wälle der Stadt erwiesen sich als uneinnehmbar für die Christen. Dann kam der Hunger. Aber auch den Franken setzte die lange Belagerung durch Krankheiten etc. zu. Durch Zufall, vielleicht auch aus List, fiel eine gemästete Sau von den Wällen, und den Franken quasi vor die Füße... Diese dachten "Na ja, wenn die Mauren so verschwenderisch mit ihren Lebensmitteln umgehen können, kann die Belagerung ja noch lange dauern... (Nä wat langweilich) (Na ja, Fernsehen oder Facebook zum Zeitvertreib der Belagerer gab´s ja nun noch nicht)  Das christliche Heer verlor also die Lust am Belagern und verschwand... Carcass hatte gewonnen...

Im elften Jahrhundert wurden die Trencavel dann Herren der Stadt Carcassonne... Diese lavierten immer zwischen den Herrschern des Hauses Aragon sowie der Grafen von Toulouse hin und her... Versuchten ihr eigenes Süppchen zu kochen. In Albi, Nimes, Béziers und Carcassonne den Städten die den Trencavel zu beginn des dreizehnten Jahrhunderts gehörten lebten auch viele Katharer. 


Anders als die Grafen von Toulouse, die sich auf die Seite der Kreuzfahrer schlugen, stellten sich die Trencavel hinter die Katharer... Das gab den Ausschlag, die Kreuzritter eroberten Carcassonne, Raimund-Roger Trencavel wurde gefangen genommen und starb im Kerker, wahrscheinlich durch Gift.  


Sein Sohn versuchte 1240 die Rückeroberung der verlorenen Ländereien, erlitt dabei eine Niederlage und ging ins Exil. Die Trencavel hatten alles verloren...


Heute besitzt Carcassonne etwa 50.000 Einwohner. Die Festung ist aufgrund ihres Zustandes und ihrer Größe einzigartig in Europa. Sie diente in den 90 iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts als Kulisse für den Film: "Robin Hood - König der Diebe" mit Kevin Costner und Morgan Freeman...


Na und nachdem ich bereits berichtet habe wo man übernachten kann, im Comte Roger kann man vortrefflich speisen...


Sonntag, 12. Juni 2016

Katharerland Languedoc Frankreich Carcassonne

Was wäre das Land der Katharer, was wäre Frankreich ohne Carcassonne? Na OK, - gebe euch recht, Frankreich hat so viel zu bieten... aber hmm... also für mich gehört Carcassonne zu den "Top" Zielen ...
Wie der Mont-Saint-Michel, Versailles, Eifelturm und, und, und...


Na vielleicht liegt´s ja daran das die Cite eine einzige Ritterburg ist und so kleine Jungs wie ich... na hmm...
ich finde es faszinierend diese Mauern, die Zinnen die Tore und Bastionen zu sehen... Soviel hmm... Kraft, soviel Sicherheit strahlen die aus... Und man sieht sie reiten... Die Recken in schillernder Rüstung, Adler, Drachen, Kreuze, und, und, und, als Wappen, Banner und Helmschmuck. Mit wallenden Federbüschen, Stolz und Unbesiegbar...   schmacht...


Nun, Carcassone hat ja auch den Ruf man könne in den Gassen in den Monaten Juli und August nicht umkippen... (Weil sich dann die Touristenströme durch die Gassen schieben) Na ja, zum Glück gibt es im Jahr ja noch 10 andere Monate... Carcassonne muss man gesehen haben... sorry, meine Meinung... Mehr Ritter, Romantik und Mittelalter auf einmal geht nicht...


Romantisch wird es wenn dann so langsam die Sonne untergeht und die Lichter an...


Wenn in den Kneipen und kleinen Schenken, in der lauwarmen Abendluft der schwere Rote, der fruchtige Weiße oder n´kleiner würziger Pastis besonders lecker schmeckt... 


Für mich hat das was magisches, lebendiges, - gerade in diesem uralten Gemäuer...


Und dann vielleicht noch einmal einen kleinen Abendspaziergang über die Festungswälle...


Nu wollt ihr wissen wo man denn gut übernachten kann? Hmm, wie in Abrahams Schoß hab ich im Best Western Le Donjon geschlafen... Träumt schön, von holden Burgfräulein, edlen Rittern ... grins...


Donnerstag, 9. Juni 2016

Katharerland Midi-Pyrénées Frankreich Mazamet und Hautpoul


Von Albi aus geht es nun in südsüdöstlicher Richtung über die D 612 nach Hautpoul und Mazamet. Die wellige, ruhige, landwirtschaftlich geprägte Landschaft des Lauragais wird bei Mazamet abgelöst von den Montagne Noir. Die "Schwarzen Bergen" bilden die letzten südlichen Ausläufer des Zentralmassivs. Mitlerweile haben wir auch Midi-Pyrénées verlassen und befinden uns im Haut Languedoc.



Hautpoul liegt wie ein Adlerhorst hoch oben im Berg. Heute leben im dem Berdorf eine Handvoll Menschen, während der Katharerkriege war das anders. In die abgelegene Berwelt flüchteten sich während der Kreuzzüge viele Katharer, es entbrannten Kämpfe, schließlich wurde Hautpoul durch die Kreuzritter zerstört.


Heute gibt es dort neben einer tollen Aussicht, ein kleines Restaurant und etwas Kunsthandwerk...


Nach der Zerstörung von Hautpoul, siedelten viele Überlebende im Tal, diese neue Ansiedlung -Mazamet- entwickelte sich zur Stadt. Reichtum kam gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit der Wollindustrie.


Hier in Mazamet entstand dann auch unter wissenschaftlicher Begleitung durch die bekannte französiche Historikerin Anne Brenon ein sehenswertes Katharermuseum. Anne Brenon gilt als die Spezialistin zum Thema Katharer und hat mehrere Publikationen zum Thema herausgegeben.


Untergebracht ist das Museum im Office de Tourisme, hier bekommt man auch Übersichtskarten zum Wandern in der Region...


Und sehr gut gegessen habe ich in Mazamet im Restaurant "Le Grand Balcon" .


Tja und nun befinden wir uns in den Montagne Noir. Das bedeutet enge, kurvenreiche Täler, Serpentinen, steile Schluchten und in Lastours vier Fluchtburgen der Katharer. eine tolle Aussicht auf die Burgen bietet der Aussichtspunkt beim Campingplatz "Chateaux de Lastours"... (Bequem mit dem PKW zu erreichen)  Der Aufstieg auf "Schusters Rappen" zu den Burgen dauert etwa 2 1/2 Stunden - Kondition und gutes Schuhwerk unbedingt von Nöten!



Dienstag, 7. Juni 2016

Katharerland Frankreich Midi-Pyrénées Albi II

Als Bernard von Castanet 1276 zum Bischof von Albi ernannt wurde, war das Amt seit fünf Jahren nicht besetzt. Mehr als 100 Jahre vorher 1165 fand in der Nähe von Albi das Kolloquium von Lombers statt. Hier trafen sich Katharer, Katholiken und einflussreiche weltliche Familien um über religiöse Themen zu diskutieren. Durch die Nähe zu Albi, entstand durch dieses Kolloquium der Name Albigenser, für die Katharer.


Auch 1276 war die Häresie in der Region und der Stadt noch fest verwurzelt. Der überwiegende Teil der Oberschicht bestand aus Katharern. Auf diese traf nun der neue Bischof. Die Albigenserkreuzzüge waren seit 1229 offiziell beendet. Der König von Frankreich, der nach anfänglichem Zögern auf Seiten der katholischen Kirche in die Kreuzzüge eingegriffen hatte, erreichte mit dem Vertrag von Paris die Eingliederung Okzitaniens in den französichen Staat. Hiermit rundete er seinen Herrschaftsbereich gegen Spanien ab. Nun fehlten dem Papst die weltlichen Streiter... Die Kirche griff zu ihrer stärksten Waffe, der Inquisition, und die Scheiterhaufen begannen zu qualmen...  Castanet ging gegen die Oberschicht vor, um sicher zu sein benötigte er eine Festung. Er vollendete den Berbie-Palast, und machte diesen dann zum Bischöflichen Palast. In diesem ist heute das Toulouse-Lautrec Museum untergebracht...


Schließlich genehmigte er die Errichtung des Dominikanerklosters. Mit diesem kam Jean Galand, Inquisitor aus Carcassonne. Ein Prozess gegen elf Männer wurde angestrengt und unter der Folter verrieten diese mehr als vierhundert weitere Häretiker... Die Bevölkerung beschwerte sich beim König, die Prozesse nahmen vorerst ein Ende. Dann wurden die Inquisitionsgerichte 1295 erneut eingerichtet. nun kam es zu Aufständen.


Schließlich flüchteten die Anführer ins Franziskanerkloster. Die Inquisitoren folgten auf dem Fuße. Bernard Délicicieux Franziskanerpater verweigerte den Dominikanern den Zutritt, die Anführer des Aufstandes waren gerettet. Um Delicieux herum entstand in Albi, Carcassonne und Cordes eine Gegenbewegung zur Inquisition. Diese scheiterte, der streitbare Franziskaner wurde Papst Clemens dem V. ausgeliefert. Er zog sich 1310 nach Beziérs zurück. Unter Johannes dem XXII wurde er schließlich 1317 verhaftet, er kam in den Kerker und starb 1320. 


Inzwischen wurden weitere Prozesse geführt, weitere Scheiterhaufen brannten, Die Inquisition erreichte ihr Ziel... 


Der Bummel durch Albi, durch die quirligen Gassen der Altstadt macht Spaß. Sehenswert ist die Markthalle...


frischer Fisch, frisches Obst, Gemüse, Brot, Käse... hmm...


Und Übernachten? Vielleicht im Grand Hotel gegenüber dem Bahnhof ? Sauberes drei Sterne Hotel und vor allem ein tolles absolut empfehlenswertes Restaurant!