Mittwoch, 1. Juni 2016

Katharerland Frankreich Midi-Pyrénées Cordes sur Ciel

Etwa dreißig Kilometer nördlich von Gaillac liegt Cordes sur Ciel. Wie der Name verrät erstreckt sich Cordes in den Himmel (Ciel = Himmel). Durch wunderschön welliges Land geht die Fahrt. Weinfelder links und rechts der Straße... Aber nicht der Himmel ist das spannende an Cordes sur Ciel...
Der Ort ist eine "Bastide" ...


Während Gaillac am Kreuzungspunkt wichtiger Handelsrouten sich selbstständig entwickelte, sind Bastiden quasi am Reißbrett (wenn es die damals schon gegeben hätte) geplante Städte. Man kann bei Bastiden durchaus von den ersten komplett durchgeplanten Siedlungsprojekten, vergleichbar unseren "Neubausiedlungen" sprechen.  


Begonnen wurde immer um einen quadratisch angelegten Marktplatz, um welchen dann rechtwinklig Häuser oft mit Arcadengängen errichtet wurden. In der Regel wiederum rechtwinklig und parallel zueinander wurden Straßen angelegt und weitere Hausreihen errichtet. Die Parzellen auf denen die Häuser errichtet wurden waren in ihrer Größe identisch... Um alles drumrum kam schließlich eine Stadtmauer. Aber auch die Häuser waren wie Wälle aneinander gebaut, immer wieder mit Stadttoren versehen, um eine Verteidigung zu erleichtern. 


Und diese Siedlungsform ist typisch für die Region im Süden Frankreichs um Toulouse oder in Aquitanien... In der Regel waren es Feudalherren, reiche Kirchenfürsten oder vermögende Händler, die sich zusammen schlossen und die Städte errichteten. "Stadtluft macht frei" Auch die Bewohner einer Bastide wurden "frei" wenn sie auch vorher Leibeigene gewesen sein mochten, die Bastiden boten in den unruhigen Zeiten Schutz, vor Dieben oder marodierenden Heeren. Die Obrigkeit hatte die oft verstreut lebende Landbevölkerung vereint, konnte den "Zehnten" bequem einziehen, Landstriche wurden "urbar" gemacht, Handwerk und Handel kamen zu neuer Blüte. Und so ganz nebenbei wuchs damit auch die Macht der Feudalherren.


Natürlich hatten Bastiden auch strategische Bedeutung. Cordes z.B. liegt im Cérou Tal - Damals- also 1222 als der Graf von Toulouse Cordes errichten ließ, eine wichtige Verbindung zwischen der Grafschaft Rouergue und Quercy.  


Und mit dem Grafen von Toulouse sind wir wieder bei den Katharern gelandet... und nun wird es kompliziert... sehr verworren... Eigentlich sympathisieren die Grafen von Toulouse mit den Katharern... Doch unter dem Druck des Kirchenbannes na ja, kann man ja auch Mal seine Meinung ändern... Und was einmal klappt, kann auch ein weiteres Mal funktionieren. Ein weiterer Protagonist in dem Spiel ist die Familie Trencavel. Den Trencavel gehörte die Stadt Albi, ein Zentrum der Katharer sowie reiche Ländereien um Albi herum, auch die Stadt Carcassonne gehörte zum Besitz der Trencavel. Nun, zu allem Überfluss unterstützten die Trencavelle die Könige Aragons (Spanien) was wiederum dem König von Frankreich nicht gefallen haben dürfte... Und dann ruft 1209 der Papst zum Kreuzzug gegen die Katharer auf...  


Simon von Montford ist einer der Anführer des Kreuzfahrerheeres... Und dieser zerstört während des ersten Albigenser (Katharer) Kreuzzuges das Dorf Saint-Marcel. Und als Ersatz für dieses Dorf errichtet dann Raymond VII  Graf  von Toulouse Cordes...



Puh, hoffe bis hierhin konntet ihr mir folgen...



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