Dienstag, 7. Juni 2016

Katharerland Frankreich Midi-Pyrénées Albi II

Als Bernard von Castanet 1276 zum Bischof von Albi ernannt wurde, war das Amt seit fünf Jahren nicht besetzt. Mehr als 100 Jahre vorher 1165 fand in der Nähe von Albi das Kolloquium von Lombers statt. Hier trafen sich Katharer, Katholiken und einflussreiche weltliche Familien um über religiöse Themen zu diskutieren. Durch die Nähe zu Albi, entstand durch dieses Kolloquium der Name Albigenser, für die Katharer.


Auch 1276 war die Häresie in der Region und der Stadt noch fest verwurzelt. Der überwiegende Teil der Oberschicht bestand aus Katharern. Auf diese traf nun der neue Bischof. Die Albigenserkreuzzüge waren seit 1229 offiziell beendet. Der König von Frankreich, der nach anfänglichem Zögern auf Seiten der katholischen Kirche in die Kreuzzüge eingegriffen hatte, erreichte mit dem Vertrag von Paris die Eingliederung Okzitaniens in den französichen Staat. Hiermit rundete er seinen Herrschaftsbereich gegen Spanien ab. Nun fehlten dem Papst die weltlichen Streiter... Die Kirche griff zu ihrer stärksten Waffe, der Inquisition, und die Scheiterhaufen begannen zu qualmen...  Castanet ging gegen die Oberschicht vor, um sicher zu sein benötigte er eine Festung. Er vollendete den Berbie-Palast, und machte diesen dann zum Bischöflichen Palast. In diesem ist heute das Toulouse-Lautrec Museum untergebracht...


Schließlich genehmigte er die Errichtung des Dominikanerklosters. Mit diesem kam Jean Galand, Inquisitor aus Carcassonne. Ein Prozess gegen elf Männer wurde angestrengt und unter der Folter verrieten diese mehr als vierhundert weitere Häretiker... Die Bevölkerung beschwerte sich beim König, die Prozesse nahmen vorerst ein Ende. Dann wurden die Inquisitionsgerichte 1295 erneut eingerichtet. nun kam es zu Aufständen.


Schließlich flüchteten die Anführer ins Franziskanerkloster. Die Inquisitoren folgten auf dem Fuße. Bernard Délicicieux Franziskanerpater verweigerte den Dominikanern den Zutritt, die Anführer des Aufstandes waren gerettet. Um Delicieux herum entstand in Albi, Carcassonne und Cordes eine Gegenbewegung zur Inquisition. Diese scheiterte, der streitbare Franziskaner wurde Papst Clemens dem V. ausgeliefert. Er zog sich 1310 nach Beziérs zurück. Unter Johannes dem XXII wurde er schließlich 1317 verhaftet, er kam in den Kerker und starb 1320. 


Inzwischen wurden weitere Prozesse geführt, weitere Scheiterhaufen brannten, Die Inquisition erreichte ihr Ziel... 


Der Bummel durch Albi, durch die quirligen Gassen der Altstadt macht Spaß. Sehenswert ist die Markthalle...


frischer Fisch, frisches Obst, Gemüse, Brot, Käse... hmm...


Und Übernachten? Vielleicht im Grand Hotel gegenüber dem Bahnhof ? Sauberes drei Sterne Hotel und vor allem ein tolles absolut empfehlenswertes Restaurant!


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen