Dienstag, 13. Februar 2018

Unterwegs im Morgenland - Sultan Qaboos Grand Mosque

 
"La ilaha illa Allah wa Muhammad rasul Allah" -
"Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet"

Die fünf Säulen des Islam: Das Glaubendbekenntnis - Das Gebet - Das Fasten - Die Soziale Pflichtabgabe - Die Pilgerfahrt nach Mekka.
Mit dem Glaubensbekenntniss beginnt dieser Post ...


Die fünf Minarette, die die Sultan Qaboos Gran Mosque schmücken, symbolisieren die fünf Säulen des Islam. Ja, dieses Gotteshaus hat mich beeindruckt. Und ich war in vielen Gotteshäusern. Zum beten, zum staunen und um zu mir, zu meinem Schöpfer, meinem Gott zu finden... Errichtet aus indischem Sandstein, die Kuppel über dem Hauptgebetsraum 50 Meter hoch...


8 Tonnen wiegt der große Lüster der von der Kuppel herabhängt, 600 Knüpferinnen, knüpften im Iran drei Jahre lang 1,7 Milliarden Knoten für den Gebetsteppich. Klassische Motive Ishfahans sind auf dem Teppich dargestellt. Ishfahan auch so ein Wort das Sehnsüchte weckt... Über 6000 gläubige Männer finden im Innenraum platz - das Betreten des Gebetsteppiches ist für Ungläubige verboten. Das Besichtigen der Moschee ist Ungläubigen gestattet. Ich bin Christ, somit ein Ungläubiger. Jedenfalls aus Sicht eines Moslems... Egal ob in Muscat, in Mekka, am Mekong oder in München...


Für Frauen gibt es einen eigenen Gebetsraum, er bietet Platz für etwa 750 Gläubige, Männern ist das betreten des Frauengebetsraumes während des Gebets verboten .

2001 wurde die größte Moschee des Oman nach sechs Jahren Bauzeit eröffnet... Überall im Oman zwischen Muscat und Sur sah ich im Bau befindliche Moscheen...  Weitere gewaltige Moscheen, auch größere als die in Muscat, sind in den letzten Jahren überall auf der Welt entstanden... Nicht nur in der islamischen...


Wann wurde der letzte Dom vollendet? Wie viele Kirchen wurden in Deutschland in den letzten Jahren geschlossen? Wie viele umgenutzt... Gemeinden werden wegen Priestermangels zusammengelegt... Priesternachwuchs in Deutschland? Gehört der Islam zu Deutschland? Zu Europa? Nach Spanien, die Alhambra... Weil dort Hufeisenbögen in der Architektur zu finden sind? Woher eigentlich stammt der Hufeisenbogen?


Ich bin kein Ungläubiger.

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus seinen eingeborenen Sohn... 


Inshallah... "so Gott will"  Nicht die räumliche Größe dieses Gebäudes beeindruckt mich... Beeindruckende Gebäude -weltliche und religiöse oder besser -sakrale-? habe ich reichlich gesehen... - Ich muss an die Story vom Turmbau zu Babel denken- Der wiederstreit, die mannigfaltigkeit der Gefühle der Gedanken welche mich in diesem "Gott geweihten Haus" ergreifen - beeindrucken mich... Eigentlich gibt es nur noch eine Frage... Was -was- gibt diesen  Moslems das Recht mich als Ungläubigen zu bezeichnen, mich damit zu diskreditieren. Und... solange das passiert, gehört der Islam nicht zu Deutschland. Und der Teppich, den ich einzig aus diesem Grunde nicht betreten darf... Auch nicht wirklich betreten will, warum auch... Die Ehrfurcht vor der Handfertigkeit der Knüpferrinnen reicht mir -würde mir- als Begründung, deren Kunstwerk nicht zu betreten vollkommen aus -vollkommen ausreichen-... So what... ich bin kein verkappter Kreuzritter, ich komme aus Sehnsucht... friedlich... in Ishfahan war ich noch nicht, ob ich es noch sehen werde?  Diese Moschee ist beeindruckend. Und ein weiteres  -nein-, Ob dieser Gott, Allah, Jahwe oder Budda genannt wird, oder die Lehre dessen, der sie - hmm... "zu den Menschen brachte" die einzig wahre ist - so what...Ich weigere mich diese Frage zu beantworten.


Für mich zählen ausschließlich Menschen die "guten Willens" sind, diese akzeptiere ich.
Egal ob Moslem, Jude oder Katholik. Schwarz, Gelb, Rot oder Weiß. Die Moschee ist toll, absolut sehenswert... Der Baumensch in mir, ist von den Formen, den materialien beeindruckt, ja, dafür fahre ich in den Oman...  Noch eins zu der Frau beim Verlassen der Moschee, in dem Nebengemach am Ausgang, rhetorisch geschult,  -Muslima-. Der Versuch mich nach dem Besuch der Moschee zu indoktrinieren... Mädchen, mich hast du nicht beeindruckt... auch nicht meine Tochter, zu platt und durchsichtig, zu offensichtlich dein Reden, zu flach deine Argumente... Unser Lebensstil im Westen mag viele Fehler haben, er ist aber nicht hmm -Gottlos- hmm... ? Inshallah!


Montag, 12. Februar 2018

Unterwegs im Morgenland - Muscat

Weiß ist die vorherrschende Farbe. Weiß in all seinen Nuancen vom reinen, unschuldigen bis zum alten, in die Cremetöne übergehende. Darauf folgen, vom leicht pastellenen Rosa kommend, die leicht braunen Tönungen begonnen beim hellen  Sandsteinfarben spannt sich der Bogen bis zum leichten Ockerton. Nichts dunkles, die Sonne würde es gnadenlos ausnutzen...


Muscat liegt umschlossen vom Hajar Gebirge an einer kleinen, geschützten Bucht. Auch wenn das Meer kühlenden Wind verheißt... durch seine Lage gleicht Muscat einem Backofen... Selbst in der Nacht fällt das Thermometer selten, vielleicht in den Monaten Januar - März unter 20 Grad Celsius. Im Sommer hat man Tagsüber gerne um die 40 im Winter selten weniger wie 30 Grad Celsius...


Die Stadt ist angenehm "Bodenständig" nicht schrill, durchaus gemütlich, auch wenn sich das Leben Tagsüber eher "drinnen" abspielt... Es gibt einige sehenswerte, interessante Museen...  


und natürlich auch ein paar alte Ritterburgen... Ok, Festungen - aber Hand aufs Herz - fährt man dafür in den Orient...? Den Oman, nach Muscat? Nein - ich nicht, mich treibt die Sehnsucht... Die Sehnsucht - wonach? auch diese Frage kann ich euch nicht  beantworten,  ich kenne die Antwort nicht. Und doch gehören die Museen, die Festungen...


die Souqs, oder auch die modernen Souqs - die Malls - mit ihren überall auf der Welt zu findenden Label, genauso wie der Fischmarkt, der wie seit Jahrhunderten offen unter ein paar Wellblechdächern abgehalten wird, dazu... mit all seinen Gerüchen, Geräuschen, dem Kommen und Gehen... 


und genau dies ist ein Teil meiner Sehnsucht... ein kleiner Teil... Jenes bei uns undenkbare... in dieser Hitze, ohne Kühlung, Eis und Verfalldatum... Und doch - im Oman ein Teil der Lebenswirklichkeit... der Lebensfreude... des Selbstverständlichen...


Direkt vom Mittelalter in das Hier und Jetzt, die Wirklichkeit des 21.Jahrhunderts - Plastik, Klimaanlage, Cola, Ketchup Softeis and so on... entscheidet selbst was für euch Sehnsucht bedeutet...
Aber vor allem, findet sie...


 und lebt sie...

Sonntag, 11. Februar 2018

Unterwegs im Morgenland - Oman

Was reizt die Menschen zu reisen, was reizt sie die höchsten Berge zu erklimmen oder sich waghalsig im Kanu in brodelndem Wasser tiefe Schluchten hinunter zu stürzen? Viele haben versucht sich diesen Fragen zu nähern. Ich möchte es gar nicht erst probieren.


Karl May - Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi, Hadschi Halef Omar (Ben Hadschi Ibn Abbas Ibn Hadschi Dawuhd Al Gossarah - wie er ja in seiner ganzen Pracht genannt wird), und all die anderen Helden- haben mich in jungen Jahren gepackt, die Bücher Hans Otto Meissner´s "An den Quellen des Nils - Immer noch tausend Meilen bis zum Pazifik" um zwei aus der Reihe zu nennen.- habe ich verschlungen, Seefahrt - die Erzählungen der Entdecker, Landkarten, der Sextant, Navigation bringen mich zum Träumen... immer und immer wieder... vielleicht findet sich hier ein Teil meiner Rastlosigkeit... Und so nehme ich euch ein weiteres Mal mit auf die Reise. Diesmal könnt ihr mir auf die Arabische Halbinsel folgen. 


Im Osten der Halbinsel liegt der Oman. Gemeinsame Grenzen hat er mit den Emiraten, mit Saudi Arabien und dem Jemen. In seinem Nordosten liegt der Golf von Oman, dahinter der Iran, in seinem Osten das Arabische Meer ein Teil des Indischen Ozeans. Regiert wird der Oman durch den Sultan Quabus ibn Said, mitlerweile seit mehr als vierzig Jahren.

 

Lange Sandstrände, schroffe Küsten, karge Felsengebirge, Wüste und Wadis, vielleicht ist diese Kurzbeschreibung etwas oberflächlich... Im Winter, der Hauptreisezeit, findet sich vorallem in seinem Süden auch Grün. Die vorherrschende Farbe der Landschaft ist aber Braun, in all seinen Nuancen und Schattierungen...


Ohne Zweifel hat Quabus ibn Said den Oman in die Neuzeit geführt. Handel, der Austausch zwischen dem Mittelmeerraum (Griechenland und Rom) sowie Asien wurde durch seine geographische Lage bereits in der Antike begünstigt. Legenden über wagemutige Kaufleute wie "Sindbad der Seefahrer" zeugen davon. Tourismus ist heute in dem, dem Westen zugewandten Land, eine nicht unwichtige "Einnahmequelle" und trotzdem ist der Oman touristisch nicht überlaufen... 


Wichtige Städte sind Muscat und Salalah, spannende Landschaften sind die Halbinsel Musandam im Norden, das Hajar oder das Dhofar Gebirge. Oman Air fliegt regelmäßig Frankfurt - Muscat.


Während meiner Reise habe ich mich nirgendwo unsicher gefühlt, es gilt wie immer in der Fremde, -Augen und Sinne- offen halten. Das bedeutet für mich auch, dass man sich der Kleidung und den Gepflogenheiten anderer Kulturen anpasst. Der Oman bezeichnet sich selbst als religiös tolerant. Den Wahrheitsgehalt dieser Aussage vermag und will ich auch nicht beurteilen. Ich Reise nicht um Vorurteile bestätigt zu bekommen, und bin auch diesmal durch spannende Begegnungen mit interessanten Menschen und nachdenkenswerten Ansichten belohnt worden.


So, soviel zu Beginn...