Freitag, 30. März 2018

Unterwegs im Morgenland - Schiffe wie vor 1000 Jahren

Klein aber robust, mit einem, zwei oder maximal drei Masten ausgestattet. Aus Holz gezimmert, gebaut für die See. Hoher, spitzer Bug, Spiegelheck, viereckiges Segel. Nicht quadratisch oder rechteckig, eher trapezförmig, damit sie höher an den Wind kommt... gebaut um Lasten zu transportieren oder Krieger... Gebaut für Seefahrer, für Eroberer, für Unerschrockene...
Die Dhau


Sur, regionales Zentrum, etwa 150 Kilometer südöstlich von Muscat mehr als 70.000 Einwohner... Einst Handelsmetropole und Hochburg des Dhaubaus. Bereits vor der Geburt des Propheten unterhielt man in Sur Handelsbeziehungen nach Ostafrika... Die Blütezeit der Stadt am Golf von Oman begann mit dem Abzug der Portugiesen etwa Mitte des 17. Jahrhunderts... Fernhandel mit Indien und / oder Ostafrika machte Sur reich, auch der mit Sklaven... der Niedergang der Stadt begann mit dem Verbot des Sklavenhandels und seiner Durchsetzung durch die Britische Krone. Mit der Eröffnung des Suezkanals sowie immer größeren Schiffen unter Dampf vollendete er sich etwa ab Mitte des 19. Jahrhunderts. Heute beherbergt Sur unter anderem auch eine Universität.


Etwa 60 verschiedene Schiffstypen werden unter dem Sammelbegriff Dhau zusammengefasst. Verbreitet war / ist dieser Schiffstyp im Bereich des Indischen Ozeans bis ins Mittelmeer. Auch die Feluka, wie sie in Ägypten genannt wird und nicht zuletzt den Nil zahlreich befährt, gehört zur Familie der Dau, einer anderen gebräuchlichen Schreibweise.  


Der weit und hoch aufragende Bugspriet sowie das platte Heck mit dem starken Achtersteven lassen die Dhau hoch an den Wind gehen und machen sie so mit den schräg am Mast getakelten Segeln äußerst Seegängig... 


Nur noch wenige Werften, sind auf den Bau dieser Schiffe spezialisiert. Sur, einst Hochburg beherbergt noch eine dieser Werften, und ein Museum für diesen Schiffstyp... 


Angehörige deutscher Berufsgenossenschaften sollten sich den Besuch ersparen... Der Bau ist durchaus traditionell und ob er deutschen Bedürfnissen an Sicherheit entspricht wage ich zu bezweifeln... Auch Buchhalter oder Kontroller eines modernen Werftbetriebes  sollten nicht so genau hinsehen... Lagerhaltung und Produktionsmethoden dürften ihnen die Haare zu Berge stehen lassen...


Allein das Ergebniss zählt... 


Und das kann sich sehen lassen... Wie sagt man so schön... "Früher waren die Schiffe aus Holz und die Männer aus Stahl... Heute sind die Schiffe aus Stahl..." Und -- wenn Straßen aus dem Mittelalter herausführen, dann hat die 17 zwischen Sur und Muscat auch das erreicht... Sur ist zumindest was seine Bauwerke betrifft im "Heute" angekommen... Die Werft sehenswert...
 

Mittwoch, 28. März 2018

Unterwegs im Morgenland - Die Strasse ins Nirgendwo

Einfach in die Wüste betoniert... Es sind nicht viele Strassen die den Oman durchziehen, nicht viele die für Verbindung sorgen in diesem kargen, braunen Glutofen... Die 17, ausgebaut als Autobahn vierspurig, ist eine von ihnen... Anfangs führt sie direkt von Muscat aus Richtung Süden, nach etwa einer halben Stunde Fahrtzeit knickt sie Richtung Südosten ab...


Schließlich, bei Quriad etwa 90 Kilometer nachdem sie Muscat verlassen hat, nach ihrer Reise durch das Hajar Gebirge irgendwo im Nirgendwo trifft sie auf den Indischen Ozean... Können Strassen aus der Vergangenheit führen? Das Mittelalter hinter sich lassen, die Zukunft gewinnen? Strassen verbinden... Punkte, Orte, Menschen... Strassen erheben einen Anspruch...


Auf ihnen werden Waren transportiert, gehandelt... wie auf den alten Karawanenrouten.Viele Autos sind nicht unterwegs... heute, hier jetzt... im Nirgendwo... Seit 2009 ist die Autobahn befahrbar... Strassen können Sehnsuchtsorte sein... die Panamerikana... der Appalachian Trail... Die Küstenstraße hoch oben in Norwegen... Die Autobahn 17 im Oman? Moderne Strassen überqueren Schluchten und Flüsse, durchbrechen Berge, winden sich steile Pässe hinauf... Auf ihnen stehen Autos im Stau... nicht nur in Mitteleuropa... Unvorstellbar, der Stau auf der 17...


Quriad, kleiner Fischerhafen ein wenig melancholisch im Staub und Dunst, der alles mit einer feinen Schicht überzieht, den farben die Kraft zu leuchten nimmt... Ein kleines Fort in der Hafeneinfahrt erinnert an jene Zeit, in der Mauern Schutz boten... malerisch liegen Boote am Strand, recken die Moscheen ihre Minarette in den Himmel... Die Sonne brennt... die Haare kleben am verschwitzten Kopf... keine kühlende Brise nicht vom Meer, nicht aus dem Nirgendwo... wann ertönt die Stimme des Muezzin?


"Sinkhole", eingestürzte Höhle nicht weit ab von der 17... Irgendwo zwischen Quiriad und Sur, in der Nähe von Bammah... Ein kleiner angelegter - Hmm... Park... - ein kurzer Stop... schattenspendende Dächer... niedriger Baumbewuchs... wohl eher Sträucher... Lunchtime... Essen? Zu heiß. Im Sinkhole kann man Schwimmen... Badepause...? Oder besser im Meer schwimmen... ? Weiterfahren... Wasser...


Sur ist erreicht... Neugierig?


Aus der Autobahn wird eine breit ausgebaute Strasse... Gewerbegebiete, grosse Fabriken am Stadtrand...


Keine Frage... Sur ist eine Stadt... Etwa 190 Kilometer von Muscat entfernt...


Sonntag, 11. März 2018

Unterwegs im Morgenland - Shangri La Muscat

"Mein Volk, meine Brüder, gestern herrschte völlige Dunkelheit, aber mit der Hilfe Gottes wird morgen ein neues Licht über Muscat, Oman und seinem Land scheinen." Worte mit denen sich Sultan Qaboos bin Said Al Said bei seiner Thronbesteigung am 23. Juli 1970 an sein Volk wandte...


Im Prinzip unblutig putsche sich der Sultan 1970 an die Macht und löste so seinen Vater ab... In England ausgebildet, als Offizier der Rheinarmee ein halbes Jahr in Deutschland stationiert, modernisierte der Sultan in den letzten, beinahe 50 Jahren tatsächlich den Oman.


Bildung ist für wirtschaftlichen Aufschwung unabdingbar. Qaboos reformierte das Bildungssystem so, daß heute das komplette staatliche Bildungswesen kostenlos ist... Wichtige Einnahmequelle sind zudem die zahllosen Touristen aller Herren Länder...


Zahllose Hotels in allen Preisklassen und Kategorien stehen vor allem auch in der Muscat Region bereit, Die Fotos sind im Shangri La Muscat entstanden... Die elegante Anlage bestehend aus drei unterschiedlichen Kategorien lässt keine Wünsche offen... Sie liegt etwas außerhalb in einer wunderbar geschützten Bucht...


Hat eine tolle Wasserlandschaft, ist also durchaus Familienfreundlich, und auch Wassersportfans dürften sich hier wohlfühlen.


Vom Flughafen zum Hotel nimmt man am besten ein Taxi... Der Shuttleservice vom Hotel in die Stadt ist gut organisiert... Touren ins Landesinnere werden durch Zahara Tours  durchgeführt und lassen sich auch von Deutschland aus übers Internet organisieren... Habe damit gute Erfahrungen gemacht.


In der Hotelanlage gibt es mehrere Restaurants und Läden... verlassen müsste man das Hotel also eigentlich nicht...


Aber wie ja bereits schon mehrfach besprochen, das will man doch nicht...


Freitag, 9. März 2018

Unterwegs im Morgenland - Im Souq


Und nicht nur Waren werden hier gehandelt... Gerüchte werden in Umlauf gebracht, geklatscht getratscht, gehandelt gefeilscht -gemaggelt- beschummelt, belauert, gestaunt, bestaunt und gewundert wird hier... Gerüche - von Gewürzen, von Weihrauch... Schokolade,Tee -Blumen- aufgenommen inhaliert... Tee getrunken, der Nachbar, der Freund der Bekannte alle treffen sich hier...  Der Souq, wie er auf der Arabischen Halbinsel genannt wird... Basar sagt man anderswo... bei uns -Markt-
In diesem Fall der Souq von Matrah...

 

Und was mag eine Marktfrau, den Marktschreier bei uns, wohl von den Händlern im Souq unterscheiden...  Ich glaube nichts... Na ja, das Feilschen -vielleicht- bei uns stehen die Preise fest... Das Kilo Kirschen vier Euro...  Schließlich muss ja auch mit dem Steuereintreiber vom Finanzamt noch abgerechnet werden... Und hmm... Nun - selbst ein agressiv auftretender Marktverkäufer bei uns, würde hier wohl eher als zurückhaltend bezeichnet werden...

... auf gar keinen Fall darf/sollte man direkt in den Preis, den einem der Händler nennt, einwilligen... So, oder so ähnlich steht es wohl in beinahe jedem Reiseführer den es über den Orient zu kaufen gibt... Unwillkürlich kommt mir Reinhard Meys "Mann aus Alemannia" in den Sinn...


Vielleicht drückt der gute alte Ausdruck -burschikos- die Art, mit der der erfolgreiche Souqbesucher charakterisiert werden kann, treffend aus... vielleicht trifft es -selbstbewusst- eher...

Das Locken durch die Händler, ausschließlich Männer- in der Regel übertrieben aufdringlich, gehört dazu... Man muss es akzeptieren, oder man meidet es... auch Gedränge, Trubel, Geschubse, in Ruhe stöbern, aussuchen - im Souq? Grins... oder -lach mich kaputt- vornehme Zurückhaltung... (?) nein, nicht hier...  was auffällt... Hier im Souq von Matrah sind die Händler alles Inder oder Pakistani...


Aber viele Waren sind -original- also kein Tand... klar - auch den gibts nicht nur in der Hauptgasse aber seltener in den kleinen verästelten Nebengassen... Zeit, sollte man also schon mitbringen... und -keine Angst-...  Was man nicht sollte... Verhandlungen aprubt abbrechen... Sich rumdrehen und den Händler einfach stehen lassen gehört nicht zum guten Ton...Schließlich -mann aus Alemannia- Feilschen macht doch spass... Wie war das noch im Leben des Brian...


Na - und dann gibt es ja auch noch... Sorry, nicht mit mir... ja bitte gerne wer mag... Eisgekühlt und auf Hochglanz poliert, alle großen Label -and so on-... aber nicht mit mir, nicht in einer Stadt wie Muskat...sorry...


Dann schon eher hier hin... nun, ehrlich... lange habe ich es nicht ausgehalten... exotische Gerüche hin, Lavendel her... (Lavendel?) Fisch bitte - oh je die Hitze... Verleihnix, Troubadix, Haudraufundschluss, Asterix und Obelix wussten sehr genau, warum sie Fischnix gemieden haben... Und Wildschwein, und Hinkelstein sind doch auch vorzügliche Handelsware... oder so n paar olle verbeulte Römerhelme... Oder n Zaubertrank...


Na dann schon lieber ein wenig das Nachtleben (in Ruhe) geniessen...